Digital gestütztes Lernen

Lernen und arbeiten mit dem iPad

Leitgedanke

Reflektiertes Lernen für eine digitalisierte Zukunft

Unsere Schülerinnen und Schüler nutzen in ihrer Freizeit selbstverständlich ihr Smartphone und das Internet für die Unterrichtsvorbereitung und zur Informationsbeschaffung. Nach dem Schulabschluss arbeiten sie in Berufen, die es vielleicht heute noch gar nicht gibt. Digitale Medien werden heute und in der Zukunft selbstverständlich verwendet – der zielgerichtete und reflektierte Umgang wird von unseren Schülerinnen und Schülern erwartet.

Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler auf diese Zukunft vorbereiten und mit ihnen den Umgang mit digitalen Medien in der Gegenwart diskutieren und üben. Bei der Vermittlung von Medienkompetenz geht es jedoch nicht nur darum, das iPad bedienen zu können. Mit dem iPad können unsere Schülerinnen und Schüler eigenständig produktiv tätig werden: nicht nur Bilder und Texte, sondern auch Präsentationen, Videos, Hörspiele Erklärfilme, Animationen oder digitale Collagen können als Lernprodukte erstellt werden.

In unseren iPad-Klassen ist es demnach unser Ziel, das iPad nicht nur als Werkzeug zu nutzen, sondern auch zur multimedialen Gestaltung und Präsentation von Lernprodukten einzusetzen. 

Ansprechpartnerin: StD‘ Kathrin Morhenne (kmorhen1@lspb.de)

Medienerziehung

Sicherheit im Internet, Apps und sozialen Netzwerken

Unsere Schülerinnen und Schüler  dürfen die digitale Welt neugierig entdecken und müssen dabei lernen, auf sich und andere zu achten.

Zu einem verantwortungsbewussten und reflektierten Umgang mit einem digitalem Gerät in der Schule und auch zu Hause gehört, dass Regeln bekannt sind, diskutiert werden und sich dann alle Mitglieder unserer Schulgemeinschaft daran halten.

Im ersten Jahr mit den iPads, der Jahrgangsstufe 7, werden unserer Schülerinnen und Schüler eng in 5 Modulen begleitet und mit den Risiken, Gefahren und Chancen des iPads vertraut gemacht. Um die Herbstferien herum dürfen die Jugendlichen das erste Mal mit dem iPad zur Schule kommen und lernen im Modul 1 Regeln im Klassenraum und erste handwerkliche Kniffe und Tricks sowie den Umgang mit OneNote kennen. Das Modul 2 beschäftigt sich mit der Datensicherung und dem Backup. Besonders wichtig ist uns das Modul 3 (a: Recht am eigenen Bild, b: Cybermobbing, c: Cybergrooming und sexualisierte Gewalt, d: Hatespeech). Dabei greifen wir unter anderem auf die Lernplattform von law4school – Recht in der digitalen Welt von Frau Gesa von Schwerin und ihrem Team zurück.

Modul 4 und 5 befasst sich mit dem Recherchieren und Präsentieren mithilfe des iPads. Dabei ist auch der sinnvolle Gebrauch von KI ein Thema.

Unsere Lehrkräfte werden bei der Durchführung der Module von einem immer größer werdenden Technik-Support aus Lehrkräften (Herr Oergel und Herr Kelling) und Schülerinnen und Schülern sowie den Medienscouts (unter der Leitung von Frau Chowdry) unterstützt. Der Technik-Support steht auch bei technischen Fragen regelmäßig (montags, mittwochs und freitags; 1. große Pause  vor dem Raum C005) zur Verfügung. Mittlerweile gibt es auch für unsere Lehrkräfte einen Support, den besonders kundige Kolleginnen und Kollegen regelmäßig anbieten.

Das Medien- und iPad-Konzept sowie der Medienknigge ist im Schuljahr 2021/22 mit einer Arbeitsgruppe aus Lehrerkräften, Eltern und Schülerinnen und Schüler erarbeitet worden. Ein festes Team aus drei Lehrkräften kümmert sich nun um die Weiterentwicklung des Konzepts für die iPad-Klassen (Frau Morhenne, Herr Oergel, Frau Skupin und Herr Buschfeld für die Zusammenarbeit mit der Lernstatt).

Nicht zuletzt sind wir auf unsere Eltern bei der Medienerziehung angewiesen. Auch hier bieten wir Webinare von G. von Schwerin an und arbeiten an einem Konzept mit weiteren Bausteinen, die unsere Eltern in ihrer Erziehungsarbeit zu Hause unterstützen können.

Bausteine

Technik und Geräte in den iPad-Klassen

Voraussetzungen am GSN

Das Tablet ist zum einen mobil und leicht und kann damit an die Orte des (außer-) schulischen Lernens gebracht werden. Der Bildschirm des Tablets ist trotzdem so groß, dass auch ganze DIN A4 Seiten noch gut lesbar sind. So können auch z. B. Arbeitsblätter mit Text und Bild oder Mindmaps übersichtlich erstellt werden. Tablets sind sehr intuitiv zu bedienen und ermöglichen eine handschriftliche Bearbeitung mit einem entsprechenden Stift. Mit einer geringen Größe und einem geringen Gewicht belasten sie Schultaschen kaum. Mikrofon, Kamera und vorinstallierte Basis-Apps erlauben vielfältige Möglichkeiten zur medialen Gestaltung von Unterrichtsergebnissen. Damit das Gerät schnell einsatzbereit ist, muss es eine ausreichende Speicherkapazität sowie einen leistungsfähigen Prozessor haben. Erfahrungen anderer Schulen zeigen, dass alle Lernenden in der Klasse bzw. des Jahrgangs das gleiche Gerät haben sollten. U.a. aus diesem Grund entfallen Lösungen, bei denen jedem freigestellt ist, welches Gerät genutzt wird (sogenanntes „Bring Your Own Device“). 

Zudem können wir als Schule den Administrationsaufwand nur bewältigen, wenn die Geräte beim Kauf von einem Händler so vorkonfiguriert wurden, dass die Lernstatt Paderborn sie über ein MDM-System (Mobile Device Management) zentral verwaltet und einfach Profile und Apps aufspielen kann. Die Verwaltung durch die Lernstatt Paderborn ist dabei für unsere Schule kostenlos.

Zuletzt hat auch die Ausstattung der Schule durch unseren Schulträger bereits Tatsachen geschaffen: Alle Lehrkräfte sind mit iPads ausgestattet worden und in allen Klassenräumen befindet sich ein Apple TV, mit dem die drahtlose Anbindung an Präsentationsgeräte wie Beamer und digitale Tafeln stabil und schnell möglich ist. Aus diesen Gründen ist die Anschaffung von iPads für unsere Schule eine sinnvolle Lösung.

Um die schon an vielen Stellen vorhandenen und durch Statussymbole sichtbare unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten bei der Anschaffung des iPads nicht bestimmend werden zu lassen, haben wir uns dazu entschieden, dass alle Schülerinnen und Schüler das gleiche iPad anschaffen. Da die Mitarbeit in den Projektklassen unabhängig von finanziellen Möglichkeiten sichergestellt werden soll, können iPads auch als Leihgabe der Schule genutzt werden.

iPad-Klassen ab Klasse 7

Aufbau von Medienkompetenzen von der Erprobungsstufe bis zur Oberstufe

Durch das Fach „Informatik“ in den Jahrgangsstufe 5 und 6 sowie über die unterrichtliche Nutzung von Computern oder Leih-iPads der Schule im Regelunterricht werden in der Erprobungsstufe medienpädagogische Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler angebahnt. 

Am GSN werden in der Jahrgangsstufe 7  neue Klassen gebildet, und zwar für einen vierjährigen Zeitraum. Einerseits haben die Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 7 ein Alter erreicht, in dem sie verantwortungsvoll digitale Medien handhaben können, andererseits steht somit noch genügend Unterrichtszeit für einen erweiterten Aufbau von Medienkompetenz zur Verfügung. Aus diesen Gründen haben wir uns für die Einführung der Tabletklassen in der Jahrgangsstufe 7 entschieden.

Anschaffung des elternfinanzierten iPads

Anbieter und Anschaffungsvorgang

Die Geräte werden in der Regel durch die Eltern angeschafft und finanziert. Momentan arbeiten wir mit dem Anbieter „tabletklasse.de“ zusammen.

Die iPads müssen für eine Verwaltung im Schulbereich einzeln durch Apple registriert werden (DEP). Auch bereits vorhandene Geräte können gegen eine Gebühr in unser MDM eingepflegt werden.

Weiterhin haben wir uns dazu entschieden, dass alle Schülerinnen und Schüler das gleiche iPad anschaffen (iPad der jeweils neuesten Generation, 64 GB oder 256 GB). Dazu benötigen die Kinder einen passenden Eingabestift, eine Hülle mit Aufstellfunktion sowie Kopfhörer. In der Jahrgangsstufe 7 haben wir uns gegen die Nutzung von Tastaturen entschieden.

Die Kaufabwicklung erfolgt ohne Beteiligung der Schule. Eine Ratenzahlung ist möglich. Sollten Sie Unterstützung bei der Finanzierung benötigen, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an uns.

 

 

Unterricht in den iPad-Klassen

Grundsätze und Beispiele

Der Einsatz von iPads in der Schule kann den Schülerinnen und Schülern helfen, eine kritische Medienkompetenz aufzubauen, welche über die im Medienkompetenzrahmen NRW geforderten Mindestanforderungen hinausgeht. Im Unterricht können die Jugendlichen über ein WLAN-Netzwerk auf das Internet kontrolliert zugreifen, Multimediainhalte selbstständig erstellen und Ergebnisse jederzeit im Unterricht präsentieren. 

Der schnelle und problemlose Wechsel zwischen Informationsbeschaffung, dem Austausch mit Mitschülerinnen und Mitschülern, dem Erarbeiten von Arbeitsergebnissen und der Ergebnispräsentation machen das Tablet zum idealen Lernbegleiter. Es bietet die Voraussetzung für das Arbeiten mit einem Werkzeug, das immer zur Verfügung steht. Diese ständige Verfügbarkeit ermöglicht den spontanen situationsgerechten Einsatz. Es ermöglicht darüber hinaus individualisiertes Arbeiten, das in Tempo, verwendetem Medium und Lösungswegen angepasst ist, etwa bei der Bearbeitung von Hörtexten oder Simulationen. 

Insbesondere diese Möglichkeiten des binnendifferenzierten Arbeitens ist für uns ein wichtiger Aspekt beim Einsatz der Tablets. Das Gerät kann darüber hinaus das Schulbuch ergänzen. Die sich in Ihrem Eigentum befindenden Geräte bleiben auch nach der Unterrichtszeit in den Händen der Schülerinnen und Schüler und können daher zuhause für schulische Zwecke (Hausaufgaben, Vorbereitung) genutzt werden. Damit wird der Einsatz digitaler Medien und des Internets unabhängig vom Ort des jeweiligen Unterrichts.

Um das Ablenkungspotential des digitalen Geräts einzuschränken wird die Nutzung der Geräte der Schülerinnen und Schüler zwischen 7 und 14 Uhr mithilfe eines Filters eingeschränkt. In der Unterrichtszeit sind ausschließlich Apps zur schulischen Nutzung sichtbar. Dieser Filter kann auf Elternwunsch erweitert werden, sodass das Gerät auch im Nachmittagsbereich und in den Ferien nur für schulische Zwecke verwendet werden kann.

Wissen und Kompetenzen können mithilfe von selbsterstellten Erklärvideos sichtbar gemacht werden. In diesem Beispiel haben die Schülerinnen und Schüler den Unterschied zwischen Längen und Flächen zusammenfassend formuliert und erarbeitet, wie man dies auch anderen erklären könnte. Durch das Planen einer Choreografie, Herstellen von einfachen Materialien und das mehrmalige Einsprechen wurden mathematische Inhalte vertieft und anschließend reflektiert. Mithilfe der App iMovie kann man schnell und unkom-pliziert direkt im Unterricht einzelne Bilder und Filmabschnitte schneiden, zusammen-legen und zielgerichtet Effekte einsetzen.

Damit werden schließlich nicht nur Inhalte gefestigt, sondern auch durch das Aushandeln und Absprechen kommunikative und soziale Kompetenzen eingeübt.

Ergebnis ist ein digitales Lernprodukt, das anderen Lerngruppen zur Verfügung gestellt werden kann.

Mithilfe der App Padlet lassen sich in vielen Fächern Lerninhalte so aufbereiten, dass die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel eigenverantwortlich aus einem Angebot wählen können und dieses im eigenen Tempo bearbeiten können. Die Ergebnisse können anschließend medial aufbereitet der gesamten Lerngruppe präsentiert oder in Form eines Portfolios der Lehrkraft abgegeben werden.

Die Anwendung kann zur Wiederholung von thematischem Vokabular genutzt werden in Form von Zuordnungsaufgaben. Sowohl Lehrkräfte als auch Lernende können Learning Apps erstellen, um den Wortschatz zu bestimmten Analyseformaten wie einer Charakterisierung zu erweitern und zu vertiefen. Des Weiteren können auch Quizze erstellt werden, um bei der Lektüre eines Romans die Figurenkonstellation zu klären.

Kunstausstellungen sind längst nicht mehr nur im begehbaren Museum zu sehen- gerade in der letzten Zeit werden mehr und mehr Werke auch digital präsentiert. Das Kuratieren einer Ausstellung ist ein fester Bestandteil des Kunstunterrichts. Mit der App Kunstmatrix können die Schülerinnen und Schüler nun mit ihrem iPad selbstständig eine Ausstellung planen, Konzepte begründen und damit den Lernprozess resümieren. Dazu gehört auch das Erstellen von Plakaten zum Beispiel mit Adobe Spark Post oder das Erstellen von QR-Codes. Dies kann arbeitsteilig im Unterricht erfolgen und im Anschluss in einer Vernissage auch digital einem interessierten Publikum präsentiert werden. In dem hier gezeigten Beispiel aus einer 5. Klasse schrieben die Schülerinnen und Schüler zusätzlich Ausstellungs-texte und erfuhren über die Ausstellungseröffnung in MS Teams eine besondere Wertschätzung ihrer Malereien. Mit dem eigenen iPad können diese Lernprozesse nun noch sinnvoller in den Unterricht integriert werden.

OneNote ermöglicht das Führen digitaler Hefte, durch die die eigenen Aufzeichnungen anschaulich griffbereit gehalten und mit weiterführenden Übungen verlinkt werden können.