Häuserbau der Germanen

Was man von der Lebensweise und der Kultur der Germanen weiß, stammt vorwiegend aus den Funden und Ausgrabungen der Archäologen sowie den Schriften von Caesar und Tacitus.
Tacitus schrieb z.B. über die Häuser der Germanen, dass diese keine zusammenhängenden Siedlungen gehabt hätten.
Das trifft aber nicht zu. Ausgrabungen haben bewiesen, dass die germanischen Gebäude oft kleine Dörfer und Siedlungen bildeten. Daneben gab es zahlreiche Einzelgehöfte.

   
           


In der Regel hatte ein Dorf nicht mehr 50 Häuser. In einem Haus wohnten durchschnittlich 10 bis 20 Menschen. Somit hatten die germanischen Dörfer bis zu 1000 Einwohner.


      


Das normale germanische Haus war meist bis zu 10m lang und 6m breit. Der Fußboden war ebenerdig. Er bestand im Wohnteil aus Stein oder Holzboden, im Stallteil aus Lehm. An den inneren Hauswänden lief eine durchgehende Bank entlang, die mit Fellen ausgelegt war.
Das Haus war in seiner Längsrichtung in "Schiffe" eingeteilt, das heißt, dass es durch tragende Pfosten in lange Einzelräume aufgeteilt war. Das dreischiffige Haus überwog. Das tief herabgezogene Dach war mit Rohr gedeckt und wurde von hölzernen Pfeilern getragen. Die Außenwände bestanden aus hölzernen Pfosten, zwischen denen sich mit Lehm beschmiertes Flechtwerk spannte. Für den Unterbau wurden in einigen Gegenden Steine verwendet. Mensch und Tier wohnten zusammen, zwischen Wohn- und Stallteil gab es keine Trennwand. Der Stallgeruch störte die Germanen offenbar nicht.
Da die Germanen keine wirksamen Holzkonservierungsmittel kannten, hielt das Holz nicht lange.
Getrennt vom Wohnhaus standen manchmal der Speicher und andere kleinere Nutzgebäude. Das Anwesen war zum Schutz vor wilden Tieren und Räubern oft von einem hölzernen Zaun oder einer Steinmauer umgeben, ebenso baute man um das ganze Dorf einen rechteckigen, palisadenartigen Zaun.


       

Text und Bilder nach:

Reichardt, Hans, Die Germanen (Was ist was Bd. 62), Nürnberg 1978, S. 14 - 16

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