Der Grabstein des Marcus Caelius

 

Die Inschrift lautet:

M(arco) Caelio T(iti) f(ilio) Lem(onia tribu) Bon(onia)
[I] o(rdini) leg(ionis) XIIX ann(orum) LIII 
[ce]cidit bello Variano ossa 
[i]nferre licebit P(ublius) Caelius T(iti) f(ilius) 
Lem(onia tribu) frater fecit

Deutsch:

"Dem Marcus Caelius, dem Sohn des Titus, aus dem Stimmbezirk Lemonia, aus Bologna, dem Hauptmann der 1. Kohorte der 18.
Legion, 53 Jahre alt. Er ist gefallen im Krieg des Varus. Es wird erlaubt sein, (seine) Gebeine hier zu bestatten. Publius Caelius, der Sohn
des Titus, aus dem Stimmbezirk Lemonia, sein Bruder, hat (diesen Stein) gemacht."

Im Reliefbild sind zwei weitere Inschriften zu erkennen:

Latein:

M(arcus) Caelius M(arcus) Caelius 
M(arci) l(ibertus) M(arci) l(ibertus)
Privatus Thiaminus

Deutsch:

"Marcus Caelius Privatus, der Freigelassene des Marcus (Caelius)"

Marcus Caelius, der Sohn des Titus Caelius stammt aus dem heutigen Bologna in Oberitalien und diente in der Varusschlacht (9 n. Chr.) als Zenturio (Hauptmann) in der 1. Kohorte der 18. Legion. Der Inschrift nach zu urteilen hatte Caelius keinen Beinamen (lat.: Cognomen). 

Versehentlich hat der Steinmetz am Ende der 4. Zeile ein E anstelle des richtigen F gemeißelt. Viele Worte der Inschrift sind darüber hinaus durch hederae, Worttrenner in Form von kleinen Efeublättern, abgeteilt.

Die Verzierungen zeigen Ähnlichkeiten mit denen des Friedensaltars von Kaiser Augustus in Rom. Während im mittleren Teil in einer sogenannten tabula ansata, einem vertieften Feld, die Inschrift für den Gefallenen zu lesen ist, wird das Oberteil völlig von der plastischen Darstellung dreier Personen beherrscht, von denen die des M. Caelius besonders betont ist.

Der Originalstein steht im Rheinischen Landesmuseum in Bonn.

Quellen:

www.osnabrueck.de/projekt/start.html

 

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