Das Aussehen der Germanen

Barbaren in Tierfellen? So überlieferte es jedenfalls Tacitus:
Die Germanen seien größtenteils unbekleidet und trügen bestenfalls Tierfelle.

Doch diese Annahme war falsch. In Wirklichkeit waren die Germanen sehr ordentlich gekleidet und achteten sorgfältig auf ihr Äußeres.
So beherrschten sie z.B. schon die Spinn- und Webkunst und kannten auch die Nähnadel mit Öse und gefärbte Stoffe.
Die Männer (Kleidung der Frauen siehe Thema "Frauen") trugen größtenteils Hosen, 

                           
die unseren heutigen schon sehr ähnlich waren. An diesen waren oft unten Füßlinge angenäht; einige trugen zu besonderen Anlässen auch schon Lederschuhe.
                     
Strümpfe kannten sie nicht.
Sie waren meist auch in Kriegzeiten ständig bewaffnet, um so ihre gesellschaftliche Stellung zu demonstrieren.
Im Winter trugen die Germanen zusätzlich Pelzwerk.
Auch Schmuck legten sie zu besonderen Anlässen an, z.B. Arm-, Hals-, Finger- und Ohrringe sowie Broschen.
Der Gürtel war ein für die Germanen sehr bedeutendes Kleidungsstück:
                           
Da ihre Kleider keine Taschen hatten, trugen sie ihre wichtigen Besitzgegenstände in Lederbeuteln, die sie an ihren Gürteln trugen.
Auch die Streitaxt war daran befestigt.
Außerdem erkannte man an der Art des Gürtels die Stellung des jeweiligen Trägers.

                               
Die Germanen legten einen großen Wert auf Körperpflege. So ist z.B. die heute nicht mehr wegzudenkende Seife und Haarbürste eine Erfindung der Germanen.
Auch Haarbleichmittel und Färbungen kannten sie schon. Sie wurden von dunkelhaarigen Männern angewandt, um im Krieg unter ihren Kameraden nicht aufzufallen. Bei jungen Männern war es üblich, keinen Bart zu tragen, ältere hatten meist einen Schnurrbart.

 

Die Statur der Germanen war im Gegensatz zu der der Römer sehr groß. Dieses liegt wahrscheinlich daran, dass sie sich dem strengen und kalten Klima angepasst haben.
Tacitus Berichten zufolge sollen die germanischen Frauen sogar schöner gewesen sein, als die der Römer...    

Quellen:

Reichardt, Hans, Die Germanen
(Was ist was Bd. 62, S.18-20), Nürnberg 1978;  S. 17-20)

 zurück zum Foyer