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Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geht in der westlichen Welt mit einer großen Zahl von revolutionären Veränderungen auf vielen Gebieten der Gesellschaft, der Kultur und der Wissenschaften einher, so dass es nicht übertrieben erscheint, von einer Zeitenwende zu sprechen, wie sie sich in der abendländischen Kultur seit der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit (um 1500) nicht mehr ereignet hat. |
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Geprägt ist diese Epoche vor allem durch den radikalen Wandel im Leben der Menschen. Die Großstädte, im 19. Jahrhundert meist noch überschaubare Einheiten, wachsen innerhalb weniger Jahre zu riesigen Metropolen mit einer nach Millionen zählenden Bevölkerung heran. Ähnlich rasch entwickeln sich Verkehr (Eisenbahn, Autos), Nachrichtenübermittlung (Telegrafie, Telefon) und Medien (Kino). Im Bewusstsein der Zeitgenossen hinterlässt diese zunehmende Beschleunigung des Lebens tiefgreifende Spuren: Die Stimmung der Menschen schwankt zwischen grenzenlosem Fortschrittsoptimismus und tiefgreifenden Zweifeln in Bezug auf den Sinn dieser Veränderungen. Die Folge dieser Zerrissenheit sind zunehmende Hektik und ein zum Teil blinder Aktionismus, die sich auch in der Kunst und der Literatur niederschlagen. |
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Ludwig Meidner: Brennend |
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Einkreisung oder Flucht in den Krieg? Deutschlands außenpolitische Lage vor dem Kriegsausbruch 1914 |
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Hektisches Straßenleben in Berlin (Potsdamer Platz) um 1913 |
Dieser alle Bereiche umfassende Umbruch in Kultur, Politik und Gesellschaft lässt diese Epoche besonders geeignet für ein von den neuen Oberstufenrichtlinien gefordertes fachübergreifendes Unterrichtsvorhaben der Fächer Deutsch, Geschichte und Kunst erscheinen. Grundidee des Projektes ist dabei, dass zunächst in einer ersten Phase das Thema im ,,herkömmlichen" Unterricht behandelt wird, um die für die weitere Arbeit notwendigen Grundlagen zu legen. Leitfach soll hierbei Deutsch sein, das diese Thematik in einer Unterrichtsreihe zum Thema Literatur des Expressionismus behandelt und das zum Teil auf Ergebnisse anderer Fächer angewiesen ist. |
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Motto-Gedicht des Expressionismus:
Jakob van Hoddis: Weltende
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut In allen Lüften hallt es wie Geschrei Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei Und an den Küsten -liest man- steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken. Die meisten Menschen haben einen Schnupfen. Die Eisenbahnen fallen von denBrücken. |
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Konzeption: Rainer Sroka Text und Gestaltung: Jürgen Möller Überarbeitung: Eva Nicolin-Sroka |
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