GSN, ein Tatort? |
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Ein Kunstwerk erzählt |
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Wer hat noch nicht die zahlreichen, goldenen Engel,
die während des mehrmonatigen Kunstprojekts "Tatort Paderborn" nachdenklich die Mauern und Wände
unserer Stadt Paderborn bevölkerten, bemerkt? |
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Auch Attraktionen wie ein begehbarer Totenschädel, eine große Glocke
mit der Inschrift "Gott ist tot" oder ein vielfarbiges Labyrinth
auf dem Kirchenvorplatz, gestaltet durch zwölf Künstler aus der ganzen
Welt, haben viel Aufsehen erregt. |
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Auch das GSN hat seinen "Tatort": Schon seit einiger Zeit
hat das an unserer Schule nachgestellte Kunstwerk "Karneval des
Harlekin" auf der Brücke seinen Platz gefunden. Hierbei
beschäftigten sich die Schüler in einem Jahresprojekt, das bis ins
nächste Schuljahr hineinragte, mit den Inhalten der Ausstellung Tatort
Paderborn, die in den Gegensätzen zwischen Himmlischem und Irdischem,
Unterbewusstem und Bewusstsein, Glauben und Wissen liegen. |
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Das Original von Miró |
Joan Miró |
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Die Figuren auf dem Originalbild "Karneval des Harlekin" von
Joan Miró sind dadurch entstanden, indem sie durch den schwachen Schein
einer Öllampe an die Wand projiziert wurden. Die auf diese Weise
entstandenen Phantasiefiguren hielt er mit Öl auf Leinwand fest. So wurde
eines seiner bekanntesten Werke fertig gestellt. |
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Einige der Künstler mit ihrer Kunstlehrerin Frau Backhaus-Höing und Schulleiter Herrn B. Gödde |
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Von diesem Gemälde inspiriert, begann die ehemalige Klasse 10b unter der Leitung
von Frau Backhaus im vergangenen Schuljahr mit dem Hintergrund des Tatort
Paderborns plastisch zu interpretieren, also eine dritte Dimension zu
eröffnen. Sie nahmen sich vor, die 47 Figuren
von Miró im Maßstab 1:10 herzustellen, mussten jedoch auf die Ausarbeitung einiger
kleinerer Figuren wegen Zeitmangels verzichten. Um ihre Arbeit zu
vollenden, trafen sich die jungen Künstler auch nachmittags außerhalb
ihres Kunstunterrichts. Während der
Rahmen von vier Schülern gefertigt wurde, beschäftigte sich der Rest
der Klasse mit der Gestaltung des Innenraumes. Draht und Pappmaché
verliehen den Figuren ihr Äußeres, ehe die Farbpinsel eingesetzt wurden. Weil der Raum leider bis
Schuljahresende 2007 nicht fertig gestellt werden konnte, stand lange Zeit
auf der Brücke eine halbfertige Ruine, wobei sich jeder fragte, was das
sein sollte. |
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Auf Wunsch der Künstler wird an dieser Stelle dem Hausmeister Herrn Weik und unserem Schulleiter Herrn Gödde für die Hilfestellung bzw. Begleitung der künstlerischen Arbeit ein besonderer Dank ausgesprochen, da sie ihre Meinung zu diesem surrealistischen Kunstwerk nach anfänglicher Ratlosigkeit und Skepsis doch noch geändert haben. Obwohl das Produkt von Schülerhand so manchen Vorübergehenden in seinen Bann gezogen hat, gehört es mittlerweile jedoch der Vergangenheit an, da es aus Gründen der Sicherheit von der Brücke entfernt werden musste. Das ist schade, aber nicht mehr zu ändern. Ein bisschen Bitterkeit und Traurigkeit bleibt bei den jungen Künstlern zurück. Aber vielleicht muss die Schülerarbeit nicht für immer ihr Dasein in einer Ecke des Kunstraums fristen. |
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| Fotos: Rainer Sroka | |
| Text und Gestaltung: Juliane Rabe, Judith Barwinsky, Max Müller | |