|
Nach diesen ersten fünf Tagen in den Vereinigten Staaten, gemeinsam mit noch anderen deutschen Austauschschülern, wurde es dann aber doch ernst und es ging zu meinem zu Hause für die nächsten fünf Monate, Aurora – Nebraska.
Den Flug gut hinter mich gebracht, nahm mich meine Gastfamilie ganz herzlich am Flughafen in Empfang und schon nach kurzer Zeit war klar, dass wir alle auf der gleichen „Wellenlänge“ waren und wir uns super verstanden.
Gleichzeitig war ich nun auch die älteste unter den Geschwistern. Wo ich sonst immer die jüngste zu Hause war, hieß es von nun an „you are my big sister“. Mit einem jüngeren Gastbruder (11 Jahre) und einer jüngeren Gastschwester (14 Jahre), mit der ich mir auch das Zimmer teilen musste, kamen neue Erfahrungen auf mich zu.
Meine Gastmutter Barbara arbeitete als Sekretärin im Rathaus von Aurora und mein Gastvater Tom als Feuerwehrmann. Ebenso wohnten im Haus noch die Katze Bell und der Hund Sharpey. Meine Gastfamilie besaß ein eigenes Haus, welches zentral in dem kleinen Ort Aurora gelegen war.
|
|
Nach einer Woche Einlebungszeit und kennen lernen der Umgebung hieß es dann auch für mich: „Ab in die Schule.“ Mit 400 Schülern, von der 9. bis 12. Klasse, war meine High- School eine der kleineren Schulen im Raum Nebraska. Die Schule begann um 8:20 Uhr und endete um 15.30 Uhr. Ich belegte die Fächer American History, English 11, Trigonometry (ein Mathematikkurs), Chorus, Weight Training, Graphic Arts, Study Hall und Food Basics. Im Vergleich zu unserem Schulsystem war es zunächst doch eine Umstellung. Man hatte nun auf einmal einen Spind, Mittagessen in der Schule, der Schultag dauerte länger und auch das Stundenplansystem war anders. Aurora High School hatte das System eines „Red- and White- Days“, was bedeutet, jeden zweiten Tag denselben Stundenplan zu haben. Zudem besaßen generell alle Schulen einen besonderen Schulgeist, der dadurch ausgezeichnet und
verstärkt wurde, dass es Schulfarben gab, die in meinem Fall rot und schwarz waren, sowie ein Schulmaskottchen, an meiner Schule ein Husky.
Die Erwartungen, welche die Lehrer und die Schule an einen Schüler dort stellten, waren, mit unserem Schulsystem verglichen, eher minimal. Der Unterricht verlief wesentlich langsamer und weniger streng. Auch die Tests waren wesentlich einfacher, was allerdings dazu geführt hat, nicht ganz so viel gelernt zu haben.
Da alle Schüler, Schülerinnen und Lehrer aber sehr aufgeschlossen und äußerst hilfsbreit waren, ging es sehr schnell sich in die Kurse einzufinden, Freunde zu finden, Bekanntschaften zu schließen und sich allgemein wohl zu fühlen.
Mit dem Schulanfang begann auch die Volleyball-, Softball-, Golf- und American-Football-Saison, wo ich dem Volleyballteam beitrat. Unsere Trainingszeiten waren jeden Tag nach der Schule von 15:45 Uhr bis 18: 00 Uhr, was am Anfang für mich eher ungewohnt und sehr viel war. Jedoch gewöhnte ich mich daran und es machte auch eine Menge Spaß. Besonders am Anfang war es gut, ein Teil eines Teams zu sein, von dem ich ganz herzlich aufgenommen wurde. Somit habe ich schon gleich viele neue Leute kennen gelernt.
Football als amerikanischer Nationalsport wurde immer freitags gespielt. Besonders diese Abende habe ich sehr genossen. Die Cheerleader, die Schulband hat gespielt, alle saßen in ihren Schulfarben auf den Tribünen und haben die Spieler angefeuert; oft habe ich mich in diesen Situationen wie im Film gefühlt.
|
|
Um noch ein wenig von Amerika zu sehen, fuhr ich im November für ein langes Wochenende gemeinsam mit anderen Austauschschülern aus dem Raum Nebraska nach Chicago.
Der Besuch der Show: „Blue Man Group“ sowie ein Basketballspiel der „Chicago Bulls“ gegen „Indiana“, eine Sightseeing Tour, River Tour und noch vieles mehr machten den Aufenthalt zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Andere Highlights, wie Thanksgiving, Halloween, mein 17. Geburtstag und Silvester prägten mein halbes Jahr ebenfalls und machten es allgemein zu einer unvergesslichen Zeit.
Nachdem ich von all meinen neu gewonnnen Freunden sowie von meiner Gastfamilie Abschied genommen hatte, ging es dann am 5. Januar wieder nach Deutschland zurück.
|
|
Ich könnte noch soviel schreiben, aber dass was ich erlebt habe, lässt sich kaum in Worte fassen. Ich bin an meinen Aufgaben gewachsen, habe viele neue, wundvolle Menschen kennen gelernt und habe viele neue Erfahrungen gewonnen. Diese fünf Monate haben mein Leben geprägt, und ich werde immer an diese schöne Zeit zurückdenken. Ich bin glücklich, all dieses erlebt haben zu dürfen und bin froh mich für diesen Schritt entschieden zu haben.
Weitere Fragen beantworte ich jederzeit gerne. |