Mein Aufenthalt in Deutschland

Bevor ich nach Deutschland gefahren bin, hatte ich überhaupt keine Angst, vor allem, weil ich so begeistert war, für einige Zeit dort leben zu können. Schon vor ungefähr 2 Jahren (damals bin ich das erste Mal nach Deutschland gefahren, nach Stuttgart) war es für mich klar, dass ich hier eine längere Zeit verbringen wollte. Ich wollte einfach eine andere Sprache besser sprechen können und die Kultur besser kennen lernen.

Mit meiner Austauschschülerin habe ich wirklich Glück gehabt. Schon am Anfang hat sie mir geholfen und wir sind schnell sehr gute Freundinnen geworden. Am Anfang war es aber trotz Lisas Hilfe noch sehr schwierig. In den ersten Wochen gab es viele Überraschungen und jeder Tag war ein neues Erlebnis. Selbst jetzt habe ich immer noch den Eindruck, die ganze Zeit über neue Sachen zu entdecken und ich denke, dass es auch so wäre, wenn ich meine Zukunft in Deutschland verbringen würde. 

Aber während der ersten Wochen war es wirklich schwer, die Leute zu verstehen, besonders in der Schule, im Unterricht. Ich war oft müde und musste mich sehr konzentrieren um den Sinn der Sätze zu begreifen. Zum Glück waren meine Austauschschülerin und ihre Familie da, außerdem war ich sowieso zu motiviert um mich entmutigen zu lassen. 
Nach zwei Wochen Schule gab es Osterferien und wir sind nach Berlin gefahren.

Für mich war es eine richtige Veränderung, weil ich so viel Kulturelles unternehmen konnte. Außerdem waren viele Leute da, mit denen ich mich sehr gut angefreundet habe und dank denen ich große Fortschritte gemacht habe. Wir haben so viel in weniger als einer Woche erlebt (und gelernt), es war wirklich eine große Chance für mich. Wir haben den Reichstag , die Gedächtniskirche, den Fernsehturm (auf den wir am Abend geklettert sind), Reste der Berliner Mauer, das Museum „Checkpoint Charlie“, das Schloss von „Sans Soucis“, das Brandenburger Tor und viele andere Orte besichtigt. Außerdem waren wir in einem Konzert. Ich war sehr beeindruckt von dem großen Kontrast zwischen alter und neuer Architektur und zwischen Orten, an denen man Spaß haben kann und Orten, die von der Geschichte geprägt sind. 


Nach unserer Reise haben sich viele Dinge geändert. Ich konnte die Leute mittlerweile besser verstehen, das war vor allem ein sehr großer Vorteil im Unterricht. Mitmachen konnte ich zwar immer noch nicht, aber verstehen war leichter als vorher. Ich habe immer mehr neue Leute kennen gelernt und die Freundschaften sind noch fester geworden. Lisas Familie hat mich immer als Familienmitglied betrachtet und ich denke, dass sie sich alle viel Mühe gegeben haben, dass ich meine Heimatstadt nicht so sehr vermisse. Wir haben z.B. Theater besucht und ich bin mit Lisas Schwester mit in ihren Tanzkurs gegangen. Es war sehr wichtig für mich, dass ich mein Hobby in Deutschland weiter machen konnte und ich war wirklich froh, diese Möglichkeit zu haben.

Außerdem sind wir zum Segeln an die Ostsee gefahren. Ich war sehr glücklich, das Meer wieder zu sehen, da meine Heimatstadt am Meer liegt, und ich es schon ein bisschen vermisst habe. Was sehr schwer für mich war, war meine Familie und Freunde, vor allem meine Schwester, nicht mehr jeden Tag sehen zu können. Das alles ist vorher normal und gewöhnlich für mich gewesen und war jetzt plötzlich nicht mehr da.


Die Art, wie die Leute sich benommen haben, ihre Freizeitgestaltung, das Essen, der Tagesablauf, die Schule, alles war anders, obwohl Deutschland und Frankreich ja eigentlich nicht so verschieden sind. Auf einmal war ich schlechter in der Schule geworden und die Lehrer waren oft nicht in der Lage, mich zu benoten. Obwohl mir von Anfang an klar war, dass ich Schwierigkeiten haben würde, war es natürlich schon frustrierend für mich. 
Lisa hat viel Zeit damit verbracht, mir alles zu erklären und mir zu helfen, mich zu verbessern. Steffi, eine Freundin von ihr, hat auch viel dafür getan, dass ich den Unterricht im Fach Naturwissenschaften besser verstehe. Ich bin zwar jetzt immer noch schlechter in der Schule als in Frankreich, aber das Wichtigste für mich ist ja, etwas dazugelernt zu haben. Jetzt habe ich mich wirklich an Deutschland gewöhnt, obwohl mich viele Sachen noch immer erstaunen. Natürlich hat das zur Folge, dass ich weiter Fortschritte mache und dass ich mich jetzt noch ein bisschen „deutscher“ benehme. 


Der Austausch war auf jeden Fall eine gute Sache, von Anfang an bis jetzt, und ich glaube, dass es auch in den letzten Monaten so bleiben wird. Und wie gesagt, es hätte nicht so gut geklappt ohne die Hilfe meiner Austauschschülerin, ihrer Familie, ihren Freunden, die mittlerweile auch meine Freunde sind, und die Unterstützung der ganzen anderen Leute, die für mich da waren.

Bildergalerie

 

Text: Hélène Brandon
Gestaltung: Julia Reinsch

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