Mein Jahr in Amerika |
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Ich bin jetzt schon seit gut sechs Monaten wieder zurück in Deutschland.
Wenn ich an mein Jahr in den Staaten zurückdenke, komme ich zu einem überwiegend positivem
Ergebnis und würde weder auf die guten noch auf die (wenigen) schlechten Erfahrungen verzichten
wollen. Eins steht für mich auf jeden Fall fest. Ich würde mich sofort wieder für einen
Schüleraustausch entscheiden, wenn ich in der gleichen Situation wie vor 2 Jahren (JGS 10) wäre. |
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![]() Promtime |
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Für mich fing alles im Herbst 2000 an, als ich mich für einen
Auslandsaufenthalt entschied und damit begann mich nach einer geeigneten Organisation
umzuschauen. Nach einer langen Bewerbungsphase und etlichen ausgefüllten Formularen
(ich entschloss mich schließlich für die Organisation GIVE), bekam ich Anfang Januar
2001 den Bescheid endgültig im Programm aufgenommen worden zu sein. In der folgenden
Zeit passierte eigentlich relativ wenig, bevor ich schließlich im Mai erfuhr, dass es
für mich nach Lodi, California ging. Lodi würde also mein zweites Zuhause werden (ich
nehme vorweg, dass es eindeutig wie ein Zuhause für mich geworden ist und ich werde auf
jeden Fall wieder zurück fahren). Californien hörte sich ja nicht schlecht an. Doch wo
war Lodi? Einen Straßenatlas und wenig Zeit später wusste ich, dass Lodi zwischen
Californiens Hauptstadt Sacramento und San Francisco lag. Ich war natürlich superfroh
nicht irgendwo in "der Pampa" gelandet zu sein (was aber auf keinen Fall negativ sein muss). |
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![]() Klassenfahrt nach San Francisco |
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Während der Zeit bis zu meinem Abflug nahm ich noch ersten Kontakt zu meiner Gastfamilie auf, nahm an einem Vorbereitungsseminar von meiner Organisation teil (auf jeden Fall empfehlenswert) und verabschiedete mich von allerhand Leuten. |
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Am Tag des Abfluges war ich schließlich viel zu aufgeregt um wirklich traurig zu sein. Nach einem ziemlich langen Flug, 9 Stunden Zeitumstellung und einem Temperaturunterschied von knapp 20 Grad landete dann mein Flugzeug in Sacramento, wo mich meine ältere Gastschwester abholte. Nach einer kurzen Begrüßung fuhren wir dann Richtung Lodi, wo meine Gastmutter schon auf mich vorm Haus wartete und mich ganz herzlich begrüßte. Mein Gastvater und meine zweite Gastschwester lernte ich erst später kennen, da er auf Geschäftsreise in Washington, D.C. und sie auch nicht zu Hause war. Im Nachhinein sollte sich aber herausstellen, dass ich die meiner Meinung nach super perfekte Gastfamilie getroffen hatte, die mit mir viel machte und mir sehr viel ermöglichte. |
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Schon nach nur einer Woche Gewöhnung an die Zeitumstellung und die Hitze
(bis zu 45 Grad im Schatten) musste ich das erste mal zur Schule. Ich war echt gespannt
auf meinen ersten Tag an einer "High School". Von Anfang an wurde deutlich, wie unterschiedlich
doch das deutsche und amerikanische Schulsystem sind. Zu Beginn kam es mir vor, als wäre alles
hektisch und total unübersichtlich, dazu kam dann noch der amerikanische Slang, der doch so
anders als "unser" Schulenglisch ist. Allerdings wurde mir die Eingewöhnungsphase
durch viele Hilfsbereite "Amis" erleichtert und schon bald wurde ich selbst Teil des "Student Body".
Daher gewöhnte ich mich auch sehr schnell an die neue schulische Umgebung. Auch waren bald
anfängliche Verständnisschwierigkeiten mit anderen Schülern und im Unterricht bewältigt
und die High School fing an zu dem zu werden, was sie so besonders macht. Bis heute
vermisse ich noch die Lunches mit anderen Schülern (und das damit verbundenen "sozializing"
auf verschiedensten Ebenen :-) ) und viele andere Kleinigkeiten, die das Highschoolleben
positiv beeinflussen. Nach der Schule fanden immer sehr viele (schulische) Aktivitäten
statt, an der sich auch sehr viele Schüler beteiligten. Besondere Bedeutung kamen dabei
den verschiedensten Sportarten zu. Da mehrere meiner neuen Freunde Waterpolo spielten und
ich mir auch mehrere Spiele anschaute, wurde ich schließlich ins Team aufgenommen. Während
der nächsten Monaten erfuhr ich, welche Bedeutung den Sportteams der Highschool wirklich zukommt.
Zwar geht es meist in erster Linie auch um den Spaß am Spiel, doch sind gute sportliche Leistungen
auch der Schlüssel zu teureren "Scholarships" an Universitäten, ohne die einige Schüler gar nicht
die Gebühren an den Universitäten bezahlen könnten. Schließlich wird aber auch der "School Spirit"
und der "School Pride" an den Sportarten, besonders bei Football und Basketball, deutlich. Bei
jedem einzelnen Spiel sind die Tribünen gut gefüllt und es herrscht immer eine super Stimmung.
Die Tatsache, dass es sich um eine schulische Veranstaltung handelt, rückt dabei leicht (und schnell)
in den Hintergrund. |
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![]() Nightralley als Intro zum Homecomingspiel |
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Aber nun zurück zu meiner Familie. Schon seit dem ersten Tag fühlte ich mich als ein Mitglied der Familie und unser Verhältnis zueinander wurde von Tag zu Tag besser und hätte gegen Ende meines Aufenthaltes nicht besser sein können. Ich will nicht sagen, dass dies der Normalfall ist (ich habe bei anderen Austauschschülern auch das Gegenteil erlebt), doch kam ich nie zu dem Punkt, an dem ich dachte, dass ich es nicht mehr mit der Familie aushalte und wechseln müsste. |
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![]() Yosemite National Park Ich vor dem "Tunnelview" |
![]() Lake Tahoe |
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Oft unternahmen wir Kurztrips zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten Californiens (San Francisco, Sacramento, Los Angeles, San Diego, Oakland, Yosemite, Lake Tahoe...) Auf diese Weise konnte ich mein Gastland auch näher kennen lernen. Wenn ich auch mal nicht so gut zurecht kam, fand ich bei meiner Gastfamilie immer einer offenes Ohr und sie versuchten mir immer so gut wie möglich zu helfen. |
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Letztendlich habe ich in dem einem Jahr sehr viele Erfahrungen gesammelt,
wie ich es nie für möglich gehalten hätte, und würde jedem einzelnen empfehlen auch ins
Ausland zu gehen, wenn sich die Möglichkeit ergibt. |
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Text und Bearbeitung: Christian Krause, ABI 2005 Bearbeitung: Fabian Reinsch, ABI 2005 |
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