Vorlesewettbewerb der Jahrgangsstufe 6 |
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Als meine Klasse, die 6c, von dem Vorlesewettbewerb erfahren hat, waren alle sofort Feuer und Flamme. Fast 20 Schülerinnen und Schüler wollten an dem Wettbewerb teilnehmen und aus ihrem Lieblingsbuch allen vorlesen. Aber vorher kam die graue Theorie und wir mussten uns erst einmal mit der richtigen Betonung beschäftigen und lernen, dass es nicht in erster Linie darum geht, fehlerfrei zu lesen, sondern dass es auch gelingen muss, seine Zuhörer zu fesseln. Um zu einem möglichst gerechten Ergebnis zu kommen, wurden in der Klasse immer Dreiergruppen ausgelost, die ihren Text vor der Klasse vortragen mussten. Drei Minuten hatte jeder dann Zeit, um die Jury von seinen Qualitäten zu überzeugen. Und die Jury, - das waren wir alle! So waren wir nicht nur neugierige Zuhörer, sondern auch kritische Gutachter, die den Sieger der einzelnen Dreiergruppen bestimmten und über den Aufstieg in die nächste Runde entscheiden durften. Das war nicht immer ganz einfach, denn manchmal waren die jeweiligen Vorleser so stark, dass kaum ein Unterschied feststellbar war. Dann war das Ergebnis natürlich auch sehr knapp. Manchmal gab es auch Proteste, weil Jonathan als unbestechlicher Zeitnehmer nach 3 Minuten Lesezeit „Stopp“ rief, obwohl wir doch so gerne weiter zugehört hätten, weil es gerade so spannend wurde. Johanna Rott hat aus dem Buch von Sabine Ludwig, Die Nacht, in der Mister Singh verschwand" vorgelesen. Schon in der ersten Runde bemerkten wir sofort, dass Johanna sehr gut lesen kann. So kam sie mit großem Abstand in die zweite Runde. In der zweiten Runde las sie wieder aus „Die Nacht, in der Mister Singh verschwand" vor. Ihre drei Gegner waren gut, aber Johanna war besser. Sie durfte in die dritte und finale Runde vorrücken. Im Finale waren drei gute Leser und Leserinnen. Johanna las abermals aus dem gleichen Buch, aber alle fanden Johanna immer noch am besten und sie bekam fast alle Stimmen. Unsere drei Final-Teilnehmer bekamen dann noch eine zusätzliche Aufgabe: Sie mussten einen unbekannten Text aus einer Zeitung vorlesen. Dabei hatte Johanna leider nicht so viele Stimmen bekommen, aber mit dem Vorsprung aus dem ersten Aufgabenteil ist sie mit knappem Ergebnis doch Erster geworden und war damit Klassensieger. Unser Deutschlehrer, Herr Römer, gab danach allen Finalisten, zu denen ich auch gehörte, einen Schlüsselanhänger als Preis und Anerkennung für ihren Einsatz. Noch an dem gleichen Tag, musste der Schulsieger gewählt werden, und so musste Johanna in der sechsten Stunde in einen bestimmten Klassenraum gehen und sich mit den anderen Siegern messen. Johanna durfte drei Freunde zur Unterstützung mitnehmen. Als sie in dem Raum ankam, saßen bereits viele Kinder in dem Klassenzimmer. Hinten saßen als Jury alle Deutschlehrer der 6. Klassen Lehrer. Einer der Lehrer dachte sich eine Zahl von 1 bis 10 aus und wer näher an der Zahl dran lag, war als erstes an der Reihe. Johanna war als vierte dran. Während die anderen vorlasen, pochten die Herzen von Johanna und ihren Freunden und sie waren alle sehr aufgeregt, denn natürlich waren die anderen alle sehr gut. Als Johanna endlich an der Reihe war, setzte sie sich auf den Stuhl und las vor. Alle drückten ihr die Daumen. Sie hat aus der gleichen Stelle vorgelesen wie im Finale von dem Klassenwettbewerb, aber die Lehrer kannten die Stelle ja nicht. Johanne hat ihre Sache gut gemacht: Die Betonung war richtig, die Stimme trotz Aufregung fest und klar und Lesefehler gab es keine. Als der letzte Schüler vorgelesen hatte, mussten die Teilnehmer hinaus. Denn nun mussten die Schüler einen unbekannten Text lesen, genauso wie vorher in der Klasse. Johanna war wieder die Vierte. Der Text handelte von der Barbara-Legende: Es ging um eine Prinzessin, welche sich unbedingt der Religion widmen wollte. Doch der Vater von ihr war dagegen. Die Prinzessin blieb bei der Religion, egal wie viele Strafen ihr der Vater gab und egal, wie viel er sie folterte. Irgendwann war der Vater so wütend, dass er die Prinzessin hinrichten lassen wollte. Doch als die Prinzessin am Galgen hing, kam ein Blitz und traf den Vater. Johanna war froh, als sie diesen Text fertig gelesen hatte, doch noch musste sie zittern. Nachdem der letzte Teilnehmer gelesen hatte, berieten sich draußen die Lehrer. Als sie wieder herein kamen, war es mucksmäuschenstill. Die Lehrer sagten, dass es ziemlich knapp war und der Erste 110 Punkte und der Zweite 109 Punkte hatte. Und dann verkündeten sie das Ergebnis: Unsere Johanna ist Schulsiegerin !!! Sie strahlte und ging nach vorne. Dort bekam sie ihre Urkunde. Als die 6c dies erfuhr, freuten sich natürlich alle. Manche gaben ihr sogar am Tag darauf ein kleines Geschenk. - Und nun tritt Johanna für unsere Schule an. Und wer weiß? Vielleicht gewinnt sie ja sogar! |
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| Text: Henning Hillebrand 6c | zurück |