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Einen Schildbürgerstreich der besonderen Art hat sich die 19 jährige Marlene Genske, Schülerin des Gymnasium Schloß Neuhaus, ausgedacht. Weil gerade Länder, Städte und Gemeinden mit ihren Haushalten abzustürzen drohen, seien findige Kämmerer auf die Idee gekommen, Ortsschilder abzumontieren und im Internet bei Justiz-Auktion.de zu versteigern, behauptet sie in der am 1. April erscheinenden Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Und augenzwinkernd weist sie darauf hin, dass sich im Zeitalter der Satellitennavigation im Pkw und mit Hilfe des Handy ohnehin niemand mehr für die Blechschilder an den Ortseingängen interessiert. Sie sind besser aufgehoben als Dekoartikel oder bei Bürgern, die sich besonders mit ihrer Stadt verbunden fühlen, und bereit sind, Liebhaberpreise für ein Originalschild bei einer Versteigerung zu zahlen.
Der Artikel ist ein Ergebnis aus dem Projekt "Jugend und Wirtschaft", an dem der Leistungskurs Sozialwissenschaften unter Leitung seines Lehrers Eberhard Römer seit November 2009 teilnimmt. Mit finanzieller Unterstützung der FAZ und des Bundesverbandes der deutschen Banken erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Wirtschaftsartikel für die einmal im Monat erscheinende Sonderseite der FAZ zu schreiben. Über 50 Schulen im ganzen Bundesgebiet stehen dabei im Wettbewerb und werden vom IZOP-Institut in Aachen zusätzlich unterstützt. Der Kurslehrer Herr Römer freut sich aber nicht nur über die Chance für seine Schülerinnen und Schüler, für ein Millionenpublikum zu schreiben, sondern ist auch dankbar für das damit verbundene kostenlose Jahresabonnement der FAZ für jeden Projektteilnehmer: "Ein aktuelleres Lehrbuch kann man sich gar nicht wünschen, wenn man sich im Unterricht mit Wirtschaft und Politik beschäftigt".
Dass das Schreiben für die FAZ keine einfache Aufgabe ist, weiß Marlene Genske zu berichten, die bereits am 07.01.2010 einen großen Wirtschaftsartikel mit dem Titel "Radler lassen die Fitness fahren" über den Boom des Elektrofahrrades in der FAZ platzieren konnte. Wochenlang wurde recherchiert und am Telefon gefeilscht, weil so mancher Händler ungern seine Umsatzzahlen der Öffentlichkeit preisgeben möchte. "Und dann muss man natürlich auch den hohen Anforderungen der führenden deutschen Tageszeitung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft genügen, die immer wieder Nachbesserungen fordert", erklärt Marlene.
Offen bleibt noch, wie viele Leser der FAZ wirklich bei Justiz-Auktion.de, der offiziellen Versteigerungsseite der bundesdeutschen Justizbehörden, nachgeschaut haben, denn die Behörden liefern keine Zugriffsstatistik. Ein Erfolg ist der Artikel aber auf jeden Fall, da sind sich auch die Verantwortlichen der FAZ sicher, die Marlenes Entwurf sofort angenommen haben. Man darf übrigens gespannt sein, was noch von der jungen Journalistin zu erwarten ist, denn ihr nächster Artikel ist bereits in Arbeit.
Mittlerweile warten Marlene Genske und ihre Mitschülerin Viktoria Rauser aus dem SoWi-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 mit weiteren umfassenden Texten auf der Sonderseite der FAZ "Jugend und Wirtschaft" auf. Dort werden im Rahmen eines Schüler-Schreib-Projektes exzellente Schülertexte veröffentlicht. Marlene ist beispielsweise dort mit einem weiteren Artikel vertreten, dieses Mal über den neuesten Trend auf dem Freizeit- und Fitnessmarkt, den E-Bikes, "damit der Verkauf der Pedelecs an Fahrt gewinnt" (FAZ).
Und Viktoria Rauser ist sich gewiss: Nach dem 14. Dezember kauft den Weihnachtsbaum erstmal niemand mehr, weder aus dem Wald noch über das Internet. Wir berichteten.

   
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